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Nachdem Steinbecks “Von Mäusen und Männern” mit vier von fünf Sternen auftrumpfen konnte, widmet sich die Redaktion dieses Mal einem Roman, der vor allem durch seine Verfilmung berühmt wurde, dem amerikanischen Klassiker “Frühstück bei Tiffany” von Truman Capote.

 

Zum Inhalt

Die junge Holly Golightly macht ihrem Namen alle Ehre und nimmt ihr Leben in der New Yorker Großstadt leicht. Zahlreichen Verehrern verdreht sie den Kopf, und besucht, trotz fehlendem Budget, keinen Laden lieber als den sündhaft teueren Juwelier “Tiffany’s”. Das raffinierte Partygirl kennt jedoch auch dunkele Zeiten. So musste sie bereits mit 14 Jahren heiraten und flüchtete damals vor ihrem Ehemann vom Land in die Metropole. Nun schmiedet sie abermals wilde Hochzeitspläne mit einem brasilianischen Politiker, doch auch einer Holly Golightly fällt das Glück nicht immer in den Schoß… 

Christina war fasziniert von der leichtlebigen Holly

Bisher dachte ich beim Namen “Breakfast at Tiffany’s” vor allem an Audrey Hepburn (und an den penetranten Ohrwurm von Deep Blue Something). Nun da ich der berühmten Geschichte auch einmal literarisch begegnet bin, kann ich jedem nur empfehlen es mir gleichzutun, und die Geschichte von Holly Golightly, der verrückten Nudel, einmal in Buchform zu erforschen. Von Seite eins an, hat die quirlige Romanheldin mein Herz erobert. Die unkonventionelle und unberechenbare Holly, bei der man nie so recht weiß, wer und wie sie wirklich ist, zog mich mit ihrem Charme und ihrer koketten Art in ihren Bann. Eine Hauptfigur wie diese gibt es nicht oft. Am Ende ging es mir ein wenig wie dem Erzähler “Fred”: Ich konnte die schillernde Lebefrau nur allzu schlecht wieder vergessen. Damit sichert sich Capotes Werk einen Platz unter meinen Lieblingserzählungen.

 

You call yourself a free spirit, a “wild thing,” and you’re terrified somebody’s gonna stick you in a cage. Well baby, you’re already in that cage. You built it yourself. […] It’s wherever you go. Because no matter where you run, you just end up running into yourself.

 

Tatjana genoss den kurzen Lesespaß

Mit knapp 120 Seiten ein empfehlenswerter Quickie: „Frühstück bei Tiffany“ von Truman Capote. Der benachbarte Schriftsteller führt den Leser in den Alltag der lebhaften Holly Golightly, die sich trotz Mittellosigkeit mit viel Charme und liebenswerter Dreistigkeit durchs New Yorker Leben schlägt. Sollte ihr aufregendes Leben, voller Partys und Verehrer, doch einmal von dem sogenannten „roten Elend“ überschattet werden, flüchtet sie sich in die heile Welt des Juweliers Tiffany, in der sie sich wohl und sicher fühlt. Überhaupt hat das Leben von Holly Golightly nur ein Ziel: sich selbst und den Ort zu finden, an den sie wirklich gehört. Eine simple Sprache und kecke Sprüche der frechen 19-Jährigen verschaffen Lesespaß gepaart mit wachsender Neugier wie das Leben von Holly Golightly weitergehen wird. Mein Vorschlag: Sonntags in die Decke kuscheln und einen Nachmittag bei Tiffany verbringen.
Julia gefiel die gelungene Mischung aus Vergnügen und Melancholie

Julia war positiv überrascht von dieser rührenden, amüsanten Erzählung. Sie entwickelte sofort eine Sympathie für Holly – das junge, unstete, ja förmlich sprunghafte Wesen, das nicht den gesellschaftlichen Vorstellungen entspricht. Holly fasziniert mit ihrer scheinbaren Leichtigkeit, mit der sie durchs Leben geht. Zugleich vernahm Julia ihre unsichere Seite, ihre Suche nach sich selbst, wodurch sie die Figur noch mehr in ihr Herz schloss. „Frühstück bei Tiffany“ verkörpert eine gelungene Mischung aus Vergnügen und Melancholie.

 

Good luck and believe me, dearest Doc – it’s better to look at the sky than live there. Such an empty place; so vague. Just a country where the thunder goes and things disappear.

 

Steffen schwamm im Wortfluss

Capotes Wortkunst ist fast schon bedrückend perfekt – jedes Wort sitzt, jeder Satz erweckt den Eindruck, leicht und locker dahin geplaudert zu sein, während er doch ein penibel arrangiertes Kunstwerk ist. Seine Sprache spiegelt durchgehend die zwischen Frivolität und Romantik schwingende Stimmung seiner rasiermesserscharf umrissenen Figuren. Wie seine Hauptattraktion Holly kam mir die Geschichte frech und frei entgegengeflattert, bezauberte mich für eine Weile, wird mir aber auch schon in kurzer Zeit so federleicht aus der Erinnerung gleiten wie Miss Golightly ihren geifernden Verehrern. Denn die alles zum Schweben bringende Leichtigkeit des Romans verkehrt sich meiner Meinung nach in eine geradezu kuriose Schwäche. Worum geht es hier eigentlich? Die feine Gesellschaft mit ihren halbseidenen Machenschaften und eitlen Eifersüchteleien, etwas Liebeskummer um ein unnahbares Mädchen, das eigentlich die Schwermut plagt, und viel überlegener Spott über alles und sich selbst. Und dennoch: wer so schreiben kann wie Capote, der könnte auch wachsendes Gras beschreiben, es wäre immer noch ein literarischer Hochgenuss.

 

Das Fazit

Selten hat ein literarisches Werk in unserer kritischen Runde so eine positive Resonanz erfahren, wie „Frühstück bei Tiffany“. Der Redaktion imponierte Capotes unverwechselbarer Schreibstil. Die von ihm kreierte Figur der Holly Golightly faszinierte mit ihrem Charme und ihren Eigenarten. Die große, weltverändernde Message sucht man in dem Klassiker zwar vergebens, Begeisterung weckte der kurze Roman dennoch in jedem Fall. Bezaubert vom Lesevergnügen vergibt unsere Buchclub-Runde dieses Mal 4,5 von 5 möglichen Punkten. Ein sehr gutes Ergebnis, das die Erzählung auf Platz eins unserer bisher gelesenen Werke katapultiert. Der lange Zeit unangefochtene Favorit unseres Buchclubs „Herr der Fliegen“ muss sich den Thron also fortan teilen. Doch bei solch charmanter Gesellschaft rückt man ja gerne ein Stück zur Seite.

Lachen ist gesund und Christina lacht gerne und viel – so auch beim Lesen. Darum findet man in ihrem Bücherregal nur selten Krimis und kaum Sci-Fi-Werke. Stattdessen ragen eher Känguru-Chroniken aus dem Regal. Ein wenig satirisch, sozialkritisch, mit einem Augenzwinkern à la Mark Twain sollte es sein. In der litopischen Welt lädt sie einmal im Monat zum BuchClub und wirft für euch einen kritischen Blick auf aktuelle Bestseller.

One Comment

  1. […] könnt fleißig mit uns gemeinsam diskutieren. Im Buchclub haben wir schon viele Klassiker wie „Frühstück bei Tiffanys“, „Herr der Fliegen“ oder „Der alte Mann und das Meer“ […]

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