Unverblümt in Gefahr

Nachdem sie ihr altes Ich begraben hat, umgibt sie sich mit Blumen. Eine Flucht in ein schöneres Leben, könnte man meinen. Denn einst prägte das organisierte Verbrechen ihren Alltag. Doch dunkle Machenschaften sind weiterhin Teil ihres Lebens. Die auf den ersten Blick unscheinbaren Gewächse erzählen ihr davon. Sie halten Ängste und Erinnerungen wach, die sie nur allzu gerne vergessen würde. Regelmäßige Blumengrüße von einem alten Bekannten bilden eine Brücke zwischen ihrem altem und dem neuen Leben und zeigen ihr letztlich zwar eine neue Herausforderung auf, bringen sie ihrer Vergangenheit dadurch jedoch näher als ihr lieb ist.

Alte Wunden drohen vollends aufzureißen, als sie gezwungen wird, bekannte Wege einzuschlagen. Sie muss das Risiko eingehen, abermals als verdeckte Ermittlerin tätig zu werden. Eine Familie mit scheinbar blütenreiner Weste könnte in etwas Übles erwickelt sein. Und sie kommt ihr nun gefährlich nah. Die neue Identität bringt keine Erleichterung. Zwar ist sie diesmal besser vorbereitet: Sie weiß sich selbst zu verteidigen und verfügt über die nötigen Mittel dazu. Die Kontrolle über ihr Leben scheint ihr trotzdem zu entgleiten. Tür an Tür mit dem Verbrechen, vor allem aber aufgrund unüberlegter Entscheidungen außerhalb der geschützten vier Wände, schwindet das Gefühl der Sicherheit. Letztlich muss sie sich eingestehen, Kontrolle nur noch als bloße Illusion wahrzunehmen. Der alte Verfolgungswahn hat längst von ihrer neuen Identität Besitz ergriffen. Abermals wägt sie sich in Lebensgefahr. Ist der Eindruck ihrer Paranoia geschuldet oder verbergen ihre Mitmenschen in diesem fremden Leben mehr als es auf den ersten Blick den Anschein hat?

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