Sinnstiftende Identitätskrise

Erst verliert er sein Kind, dann den eigenen Verstand. Die Suche nach seinem entführten Sohn treibt einen Vater an den Rand des Wahnsinns. Den Sechsjährigen lebend wiederzusehen, wagt er, drei Monate nach dessen Verschwinden, nicht zu hoffen. Doch seine Fragen über das Motiv des Entführers, dessen Umgang mit dem vermeintlich toten Jungen und den Verbleib des Leichnams lassen ihn nicht los. Und wenn es das Letzte ist, was er tut: Er braucht Antworten. Dafür begibt sich der Vater freiwillig an einen Ort, der sein eigenes Ende bedeuten könnte. Als heimlicher Ermittler, aber gut getarnt, riskiert er alles für einen Moment mit dem möglichen Kindsmörder. Noch bevor er diesen überhaupt zu Gesicht bekommt, gerät er auch schon an seine körperlichen Grenzen. Aufgeben ist trotzdem keine Option. Er kämpft sich quasi zur ersehnten Begegnung durch.

Seine selbstlose Detektivarbeit hilft dem tief verletzten Vater letztlich mehr als einem Rätsel auf die Spur zu kommen. Gleichzeitig aber zeigt sie ihm die eigenen Grenzen auf – eine psychische Herausforderung, deren Ausmaß er erst ganz am Ende begreift, wenn auch nicht in Gänze: Er ist ein Gefangener, bekommt aber die Chance, jemand anderen zu befreien. Ob dies ihm selbst den erhofften Frieden bringt, bleibt bis zuletzt fraglich.

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