Warum ich den Hype um „After Passion“ nicht verstehe

„After Passion“ ist der erste Band der After-Reihe von Anna Todd. Die Verfilmung der Teenie-Romanze zwischen Bad Boy Hardin Scott und Good Girl Tessa Young läuft aktuell in den Kinos und hat auch mich dazu angeregt, den Hype mal unter die Lupe zu nehmen. 

Worum geht es?

Für Tessa beginnt das erste Jahr am College anders als gedacht: Ihre Mitbewohnerin Steph ist ein wildes Partygirl, mit ihrem langjährigen bodenständigen Freund Noah führt sie plötzlich eine Fernbeziehung und zu allem Überfluss löst der tätowierte Bad Boy Hardin in ihr bisher unbekannte Gefühle aus. Hardin steckt voller Geheimnisse und Tessa schafft es nicht, sich von ihm fernzuhalten.

Für wen lohnt sich der Kauf?

Eigentlich für niemanden. Was man der Reihe dennoch zugestehen muss: Die Bücher sind kurzweilig und lesen sich schnell weg.

Lesen oder liegen lassen?

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich – getrieben von dem Verlangen endlich wissen zu wollen, wie diese toxische Beziehung endet – nicht nur Band 1, sondern alle 4 Bände der Reihe gelesen bzw. als Hörbuch gehört habe. Und, was soll ich sagen? Ich kann euch wirklich nicht empfehlen es mir gleichzutun. Ich habe sehr viel Zeit mit Augenrollen verbracht, mich über die Charaktere geärgert, die super konstruierte Story verflucht und mich auch ein bisschen selbst dafür gehasst, die Bücher nicht einfach wegzulegen. Im Endeffekt liest man 4 Bücher lang immer die gleiche Geschichte: Tessa und Hardin streiten sich, Tessa sagt, dass es DIESMAL WIRKLICH aus ist, beide haben Sex und kommen früher oder später wieder zusammen – bis sich die Schleife wieder von vorne wiederholt.

Hardin gibt sich dabei immer wieder besitzergreifend und eifersüchtig, wirft schnell mit verletzenden Worten um sich, trinkt zu viel Alkohol und zeigt dabei auch gerne mal seine aggressive und gewalttätige Seite. Und Tessa? Die glaubt einfach wegen der körperlichen Anziehung, dass es sich um wahre Liebe handelt. Dabei zeigt sie sich ähnlich unfähig zu kommunizieren, weint viel und knutscht im Zweifelsfall den erstbesten Fremden, weil sie glaubt, Hardin würde sie betrügen – der wiederum rastet dann komplett aus, weil niemand das Mädchen, das er entjungfert hat, berühren darf … klingt nach einer etwas ungesunden Beziehung, oder? Aber natürlich ist Hardin ja kein schlechter Kerl per se. Der hat zwar ein paar Kindheitstraumata zu verarbeiten, aber er hat einen britischen Akzent, ist super intelligent und liest gerne „Sturmhöhe“ und „Stolz und Vorurteil“. Und ich frage mich: Geht es eigentlich noch realitätsferner? Für mich senden die Romane ein völlig falsches Signal an alle (jungen) Frauen in (zukünftigen) toxischen Partnerschaften: Im Kern ist er doch ein Guter, auch wenn er dich wie Müll behandelt. Hilfe durch einen Therapeuten zu suchen, spielt 90 Prozent der Reihe keine Rolle. Stattdessen sieht ähh liest man zwei psychisch labilen Personen dabei zu, wie sie sich offensichtlich nicht gut tun, aber erotisch eine tolle Zeit zusammen haben.

Kurzum: Ich war sehr frustriert beim Lesen / Hören und kann nicht wirklich nachvollziehen, wie viele Frauen Anna Todds Fan Fiction so begeistert feiern können. Was denkst du über „After Passion“? Teile deine Meinung gerne in den Kommentaren.

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