„Die Hungrigen und die Satten“: Top oder Flop?

Vielleicht hast du es schon mitbekommen: Unser Schreibwettbewerb für Kurzgeschichten hat dieses Mal das Thema „Zeitgeist 2020“ und wir suchen hierfür Texte, die aktuelle Begebenheiten quasi weiterdenken. Timur Vermes (der Autor von „Er ist wieder da“) hat mit „Die Hungrigen und die Satten“ ein „Was wäre wenn“-Szenario rund um die Flüchtlingskrise in Deutschland entworfen, das wir euch heute ein wenig näher vorstellen wollen.

Die Hungrigen und die Satten: RomanWorum geht es?

Was wäre, wenn wir in Deutschland Obergrenzen für Flüchtlinge hätten und ganz Europa abgeriegelt wäre, die Asylsuchenden sich davon aber nicht abhalten ließen? Diese Grundfrage steht im Zentrum der Geschichte von „Die Hungrigen und die Satten“. Angeführt vom TV-Star der Sendung „Engel im Elend“, Nadeche Hackenbusch,  bewegt sich eine Menschenmasse von 150.000 Leuten aus dem größten Flüchtlingslager Afrikas nach Deutschland – und zwar zu Fuß und begleitet von unzähligen Kameras und Reportern. Doch wie werden die Politiker und die Bevölkerung reagieren, wenn alle Geflüchteten plötzlich und illegalerweise vor ihrer Tür stehen?

Für wen lohnt sich der Kauf?

Für alle, die einen kurzweiligen Roman suchen und Satire verstehen und einordnen können.

Lesen oder liegen lassen?

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich den Roman weiterempfehlen würde. Er liest sich auf jeden Fall schnell weg und hat viele Momente, die ich mochte. So gefiel mir zum Beispiel die sehr überzeichnete Figur der Nadeche Hackenbusch, deren reale Vorbilder man in einigen schlechten Doku-Serien im Privatfernsehen tagtäglich zu Gesicht bekommt. Auch ihre Reporterfreundin Astrid von der Zeitschrift „Evangeline“ brachte mich zum Schmunzeln, da ich selbst für ein Frauenmagazin arbeite, und ihre völlig übertrieben emotionalen Artikel jedes Klischee bedienen, das ich zu vermeiden versuche. Trotzdem muss ich sagen, dass mich das Buch weniger zum Lachen gebracht hat, als der Vermes Roman „Er ist wieder da“. Oft blieb mir mein Lachen eher im Halse stecken und einige Szenen empfand ich als schwer verdauliche Kost.

Das Ende (keine Sorge: No Spoiler) fühlte sich besonders drastisch und wirklich auf die Spitze getrieben an, aber es hat mich auf jeden Fall nachdenklich gestimmt. Der Roman macht deutlich, dass Obergrenzen, Zäune und eine schlechte Integrationspolitik nicht die Ansätze sind, die Deutschland voranbringen werden. Dabei wird aber nicht der Zeigefinger erhoben, sondern durch Übertreibungen und Satire deutlich gemacht, dass wir andere Lösungen brauchen.

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