Snowflake Methode

Ein Buch in 10 Schritten: die Snowflake-Methode

Im Schreibclub haben wir zuletzt die Snowflake-Methode diskutiert und wollen diese hier nun vorstellen, da sie ein Projekt wie ein Buch schreiben strukturieren helfen kann. Nicht jeder Schreibtyp mag mit der Methode gut zurechtkommen, allerdings können auch Teile davon bestimmte Schritte beim Schreiben vereinfachen. Es ist jedem selbst überlassen, wie und ob die Methode komplett, in Teilen oder eher nicht in die Arbeitsweise integriert werden kann.

Über die Snowflake Methode

Dsnowflakesas Prinzip der Snowflake Methode von Randy Ingermanson ist simpel: du startest mit einer Idee, einem Grundgerüst, für dein nächstes Buch, genauso wie eine Schneeflocke erst mal nur das Kristallgerüst ist. Danach kommen mit jedem Schritt Details, Handlungsstränge, Charaktere, und andere Feinheiten hinzu, bis das gesamte Buch durchgeplant ist, bis also die Schneeflocke alle ihre Facetten erreicht hat. Autoren, die gerne planen, bevor sie schreiben, können dadurch sehr fokussiert an dem Grundgerüst feilen und der Geschichte ihre Tiefe verleihen. Die Komplexität der Geschichte wird somit zu einen Design-Projekt, bei dem Schicht um Schicht hinzugefügt wird, so dass man mithilfe der leichten Redundanz den Überblick behält und das große Ganze nicht aus dem Auge verliert.

In 10 Schritten zum Buch: Die Methode

  1. Beschreibe das Wesentliche deiner Story in einem Satz.
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    Dauer: 1 h
    Bsp.: „Ein gewitzter Physiker reist in der Zeit zurück um Apostel Paulus zu töten“
    Hinweis: Kürzer ist besser, z. B. 15 Wörter
    Hinweis II: Charakternamen verwenden, lieber „der einäugige Auror“
    Tipp: einzeilige Klappentexte von Bestsellerlisten anschauen
  2. Erweitere diesen Satz zu einem Absatz mit den wesentlichen Geschehnissen und dem Ende.
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    Dauer: 1 h
    Inhalt: ein Satz für den Hintergrund sowie für jeden (z. B. 3) großen Konflikt/Katastrophe und das Ende
    Tipp: ähnelt Klappentexten
  3. Schreibe nun eine einseitige Zusammenfassung zu jedem deiner Hauptcharaktere.
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    Dauer: 1 h / Charakter
    Inhalt: Name, Story des Charakters in einem Satz + Zusammenfassung in einem Absatz (am Schluss), Motivation, Ziel, Konflikt, Erleuchtung
    Tipp: evtl. müssen bisherige Schritte nun überarbeitet/angepasst werden
  4. Mache aus jedem Satz der Zusammenfassung aus 2 nun einen kompletten Absatz.
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    Dauer: ein paar Stunden
    Inhalt: jeder Absatz sollte in einem Konflikt/Katastrophe enden
    Tipp: lässt sich gut als Exposé verwenden
  5. Erzähle die Geschichte auf einer Seite aus der Sicht jedes Hauptcharakters.
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    Dauer: 1-2 Tage
    Hinweis: hier kann man sich richtig austoben und seine Charaktere kennenlernen
    Tipp: Lektoren lieben solche Charakterübersichten
  6. Dehne deine einseitige Zusammenfassung zu einer vierseitigen Zusammenfassung aus.
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    Dauer: eine Woche
    Hinweis: da du nun tiefer in die Geschichte gehst und es komplexer wird, wirst du bei den vorherigen Schritten Anpassungen vornehmen müssen
  7. Erstelle ausführliche Skizzen bzw. Fragebögen zu deinen Charakteren.
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    Dauer: eine Woche
    Inhalt: Aussehen, Hintergrund, Kindheit, Familie, Freunde, Vorlieben, Antrieb, Interessen
    Hinweis: Charaktere leiten die Story, daher können hier neue Richtungen aufkommen
  8. Liste nun jede Szene des Buches auf, die du schreiben musst.
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    Dauer: nimm dir Zeit dafür
    Hinweis: eine Tabelle eignet sich am besten dafür (eine Zeile / Szene)
    Inhalt: Überschrift, Sichtweise der Szene, Kurzbeschreibung des Inhalts, usw.
    Tipp: im Laufe des Projekts kannst du mit dieser Tabelle Änderungen etc. festhalten
  9. Schreibe mehrere Paragraphen über jede dieser Szenen.
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    Dauer: eine Weile
    Hinweis: optional, da man hier auch direkt den Entwurf anfertigen kann
    Inhalt: mache den grundlegenden Konflikt jeder Szene klar
  10. Schreibe deinen ersten Entwurf.
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    Dauer: so lange wie nötig
    Hinweis: die Geschichte sollte sich nun schnell runterschreiben lassen, da du die Logik bereits mehrfach geprüft und ausgetüftelt hast

Millionen unterschiedliche Schneeflocken

Viele Autoren sind begeistert von der Methode, da sie die Gefahr verringert, sich in dem komplexen Schneepalast der Geschichte zu verlieren. Die Zeit wird gut eingeteilt und man ist sich mehr darüber im Klaren, wo genau man in dem Buchprojekt steht. Außerdem lässt die Methode viel Freiraum für Korrekturen, neue Ideen und charaktergetriebene Handlungen. Im Allgemeinen kann die Snowflake Methode sehr gut flexibel gestaltet werden. Wer gerne erst richtig in die Charaktere reinsteigt und diese kennenlernt, sollte das auch weiterhin tun. Vielleicht ist der schrittweise Aufbau der Story dann aber trotzdem hilfreich im weiteren Verfahren.

Wie findest du die Methode?

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