Philip K. Dick: Zeit aus den Fugen

Nachdem bei unserem letzten Buchclub-Voting „Zeit aus den Fugen“ vom Sci-Fi-Autor Philip K. Dick als ganz klarer Sieger hervor ging, freuten sich dieses Mal alle ganz besonders auf das ausgesuchte Werk. Doch, konnte die Dystopie die initialen Erwartungen erfüllen? Die Redaktion ist sich nicht ganz einig.

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Worum geht es in „Zeit aus den Fugen“?

Im Fokus des Romans steht Ragle Gumm. Jeden Tag gewinnt der Glückpilz den Hauptpreis der Tageszeitung. In seiner Kleinstadt ist er deshalb eine lokale Größe. Doch irgendwie ist Ragle nicht zufrieden. Gibt es nicht noch mehr da draußen als nur das Tagesrätsel? Als Ragle beginnt über den Tellerrand sehen zu wollen, macht er verschiedene Entdeckungen, die ihn an seinem bisherigen Dasein zweifeln lassen.

 

In a civil war… every side is wrong. It’s hopeless to try to untangle it. Everyone is a victim.

 

Was meint die Redaktion?

„Zeit aus den Fugen“ hat mich zeitweise absolut gefesselt. Ich wollte unbedingt das größere Ganze von Ragles Rätseln und der Kleinstadt verstehen, die so merkwürdig antiquiert wirkte. Ich konnte die Auflösung der Story kaum abwarten. Als ich dann am Ende der Geschichte ankam, machte sich schnell Ernüchterung breit. Leider habe ich mir wohl zu viel erhofft und zu wilde Verschwörungstheorien selbst ausgemalt. Alles in allem ein durchschnittliches Lesevergnügen. Ich vergebe 3 Sterne.
Ich muss gestehen, ich kam am Anfang sehr schwer in das Buch hinein. Es passiert nicht viel und das, was geschieht, wird dann auch noch sehr ausführlich beschrieben. Wenn man allerdings den Anfang überstanden hat, wird es doch recht spannend und die außergewöhnlichen Ereignisse, die der Protagonist Ragle Gumm erlebt, regen ganz schön zum Spekulieren an. Zwischendurch muss man dann zwar wieder ein paar langatmige Passagen überstehen, aber man fiebert der Auflösung weiterhin entgegen. Die Ernüchterung am Ende lässt sich wohl vor allem damit erklären, dass das "überraschende Ende" für uns nicht wirklich neu ist, da es Parallelen zu bekannten Filmen oder Büchern aufweist. Da Dick die Geschichte aber weit früher verfasst hat und diese für seine Zeit sehr originell war, bin ich bereit doch 4 Punkte springen zu lassen.
Genau wie Micha verlangte das Buch auch mir vor allem zu Beginn richtig Durchhaltevermögen ab. Scheinbar Belanglosigkeiten unter Nachbarn werden ausgetauscht, es geht um Jobs, gutes Essen und banale Konkurrenzgedanken ‒ gähn. Doch immer, wenn ich gerade drohte abzudriften, kam dann doch ein kurzer Spannungsmoment auf. Vor allem die alten Zeitschriften aus einer vermeintlichen Parallelwelt und schließlich Blacks Geheimniskrämerei haben es mir angetan. Meine Befürchtung, all die Merkwürdigkeiten könnten bis zuletzt ungelöst bleiben, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Die relativ knappe, ernüchternde Erklärung ‒ hier kann ich mich meinen Vorrednern anschließen ‒ steht allerdings in keinem Verhältnis zur schier endlosen Lesereise dahin (eine echte Leistung bei der Kürze des Buches!). Und meine größte Frage blieb dann leider doch bis zum Schluss offen: Was hat es mit den Worten auf Papier auf sich, in die sich Ragles Umgebung immer wieder manifestiert? Hat das jemand verstanden? Insgesamt zu wenig Lesevergnügen und zu viel Ernüchterung, daher nur 2 Punkte von mir.

Wird das Werk weiterempfohlen?

Unsere Redaktion vergibt im Durchschnitt 3 Sterne. Während Micha dem Werk seine Längen noch am ehesten verzeihen konnte, sind sich in einem Punkt alle einig: Das Ende hat ziemlich enttäuscht. Jetzt seid ihr an der Reihe! Verratet uns eure Meinung zu „Zeit aus den Fugen“ in den Kommentaren.

Die Bewertung
  • Christina
  • Micha
  • Svea
3
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3 (1 vote)

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