Andreas Bourani und die wilden Kerle

Er zählt zu Deutschlands Pop-Poeten und kann in 2 Sekunden Frieden stiften, Liebe machen und den Feind vergiften – natürlich nur in seinem Kopf! Welche Bücher Andreas Bourani inspirieren und welches Buch sein Leben verändert hat, erfahrt ihr von ihm höchstpersönlich.

 

Wie viele Bücher besitzt du?

Ich liebe ja Zimmer, die vor Bücherregalen strotzen. Irgendwie haben solche Zimmer eine beruhigende Wirkung auf mich und ich finde sie sehr gemütlich. Eine große Wand bekomme ich mit Büchern voll und selbstverständlich arbeite ich an weiterer Gemütlichkeit und kaufe regelmäßig Bücher. Darunter sind auch einige Fotobände.

 

Welches Buch hat dein Leben verändert?

Es gibt viele Bücher, die mein Leben verändert haben und ich hoffe mir fallen noch einige in die Hände, die mir einen Sinneswandel verschaffen. Ich erinnere mich noch an ein erstes Erlebnis. Als Kind habe ich in einer Kinderbibel gelesen und hatte damals schwer daran zu nagen, dass man jemanden lebendig an ein Holzkreuz nagelt, nur weil er darauf, besteht der Sohn Gottes zu sein. Ich dachte damals „Lasst den doch. Das wär schon in Ordnung gewesen“, aber im Buch wollten sie ihn eben hängen sehen. Das hat massiv an meinem Menschenbild gerüttelt und ich spürte zum ersten Mal Weltschmerz. Ich habe einige Bücher gelesen, die mich motiviert, inspiriert oder zu neuen Höchstleistungen angespornt haben. Aber wie es eben ist, Schmerz prägt einen mehr.

 

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Eines der Schönsten ist „Wo die wilden Kerle wohnen“ von Maurice Sendak. In diesem Buch kann man sich verlieren und wer wäre nicht gerne einmal König der wilden Kerle?

 

Wer ist dein Lieblingsschriftsteller und warum?

© Rian Heller

 

Rainer Maria Rilke hat ein bedeutsames Werk hinterlassen und für mich wohl das beste Buch aller Zeiten. „Briefe an einen jungen Dichter“ ist ein zeitloses Buch mit gerade 50 Seiten. Es verbirgt eine alte, weise Seele, die jede Brockhaus Enzyklopädie in den Schatten stellt. Entscheidend war hier nicht, dass ich daran so lange gelesen habe, sondern so lange darüber nachdachte und damit genauso viel von dem Buch hatte wie von einem 500 Seiten dicken Schinken. Ich mag die Worte sehr, die Rilke wählt und wie bescheiden er dem jungen Franz Xaver Kappus Rat erteilt, welcher ihm fragende Briefe schreibt.

 

Wonach wählst du ein Buch aus (Cover, Empfehlung etc.)?

Die besten Bücher, die ich las, wurden mir alle von Freunden und Bekannten empfohlen. Ich stöbere auch gerne durch Buchhandlungen und lese mich in Bücher ein. Wenn mir eins gefällt, kaufe ich es gleich. Ansonsten findet sich auch immer was Lesenswertes unter den Bestsellerlisten.

 

Welches Buch hast du mehr als 1 Mal gelesen? Inwiefern war das zweite Lesen anders?

„Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle. Beim zweiten Lesen saß ich an der Bettkante meines Neffen der sich mit einer Taschenlampe unter der Bettdecke versteckt hatte, weil er nicht schlafen konnte. Beim ersten Lesen steckte ich in seiner Haut.

 

An welchem Buch bist du kläglich gescheitert und warum?

An meinem Lateinbuch in der sechsten Klasse.

 

Wenn du die Augen schließt – Welche Buch-Szene kommt dir in den Sinn?

Moment…

Romeo gebeugt über der schlafenden Julia, kurz bevor er sich entschließt das Gift zu schlucken – aber irgendjemand endlich schreit: „Halt! Sie lebt!“

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