Copyright für Autoren

Viele wundern sich, warum Kreatives Schreiben an Universitäten angeboten wird. Selbst wer glaubt, dass man die Kunst des Schreibens mit viel Beharrlichkeit lernen kann, findet einen Universitätskurs vielleicht doch übertrieben. In den nächsten Wochen geben wir euch kleine Ausschnitte aus dem Programm eines Universitätskurses – alles was man für das professionelle Schreiben zusätzlich bedenken sollte. Heute im Detail: das Copyright.

Demnächst haben wir dann ein paar Tipps zum professionellen Internetauftritt. Zu einem Autor gehört heutzutage nämlich auch eine angemessene Internetpräsenz. Aber nicht nur im Netz, auch bei öffentlichen, realen Auftritten gibt es einiges zu beachten. Voice-Coaching à la Universität können wir zwar nicht anbieten, aber auf den einen oder anderen Tipp könnt ihr euch dennoch freuen. Des Weiteren wollen wir die Perspektiven und Aufgaben von Autor, Lektor und Verlag genauer unter die Lupe nehmen. Welche Verantwortung hat wer und wie kommen die drei am besten miteinander zurecht? Damit diese Konstellation überhaupt zustande kommt, müssen sich die Schriftsteller selbstverständlich bewerben bzw. ihr Manuskript einsenden, vielleicht auch eine Kurzgeschichte an ein Magazin schicken oder eine Gedichtreihe präsentieren. Wie man dort leicht Fehler vermeidet, erfahrt ihr in Kürze. Zuerst muss man jedoch etwas Arbeiten und viel recherchieren. Dazu haben wir einen Beitrag, der sowohl die Notwendigkeit erklärt als auch die eine oder andere Richtung weisen könnte.

Um von Anfang an keine fatalen Fehler zu machen, sollte man sich leider mit etwas eher Unschönem befassen: dem Copyright. Aus ernsten Schriftstellern werden schnell reine Experten, weil man so viel zu einem bestimmten Thema zusammenträgt. Rechtsexperte will dabei meist aber keiner werden und das erwartet auch niemand. Die Grundlagen des Copyright zu kennen ist allerdings äußerst wichtig, wenn man seine Rechte und den rechtmäßigen Verdienst sichern will. Hier haben wir zusammengefasst, was man unbedingt beachten sollte. (Dies ist keine Rechtsauskunft und obwohl die Daten gut recherchiert sind, übernehmen wir keine Haftung)

Das Copyright ist festgelegt im Urheberrechtsgesetz gemäß §2 UrhG. Es dient dazu, die Rechte von Künstlern, insbesondere Autoren jeglicher Art, zu schützen. Damit wird garantiert, dass die Schriftsteller ordnungsgemäß anerkannt und belohnt werden. Schließlich sollen sie weiterhin ihr geistiges Gut nutzen, um mehr fantastische Werke zu produzieren. Für den Schriftsteller unter euch gibt es dabei zwei Dinge zu beachten:

–          Die Werke, die man selbst produziert hat

–          Die Werke, die andere produziert haben und die man in irgendeiner Form nutzt

Die Grundlagen:

Das Copyright (Urheberrecht) gehört generell zuerst dem Künstler. Eine Ausnahme ist es, wenn man im Auftrag seiner Arbeitsstelle etwas anfertigt, aber dies ist meist im Arbeitsvertrag bestimmt. Es kann sein, dass das Copyright dann automatisch dem Arbeitgeber zugesprochen wird. Im günstigsten Falle gehört das Copyright aber dem Künstler, und zwar für den Rest seines Lebens. Und nicht nur das, in den meisten Ländern sogar noch 70 Jahre nach seinem Tod. In Deutschland kann es nur vererbt werden. Obwohl dieser Prozess also automatisch geschieht, kann es schwer sein, die Schöpfung in einem Streitfall zu beweisen. Deswegen wird eine notarische Hinterlegung angeraten.

Eine weitere Sache, die beachtet werden muss, ist der Unterschied zwischen Besitzer und Copyright-Besitzer. Wer ein Buch kauft, ist zwar Besitzer des Buches, jedoch ist er nicht der Besitzer des Copyrights des Buches. Das heißt im Grunde genommen, dass ein Besitzer ohne Genehmigung keine Kopien oder Vervielfältigungen anfertigen darf. Dies muss der Copyright-Besitzer bewilligen. (Aufpassen bei der Recherche – selbst wenn ein Objekt, zum Beispiel ein Gemälde in einem Museum, kein Copyright mehr besitzt – der Schaffer ist länger als 70 Jahre tot – kann das Museum das Fotografieren verbieten. Andernfalls gehören einem die Rechte an jeglichen Fotos, und man kann sie für Publikationen verwenden.)

Man unterscheidet zwei Arten von Rechten: moralische Rechte und kommerzielle Rechte. Zu den moralischen Rechten zählen:

  • Das Vaterschaftsrecht: das bezieht sich auf das Recht, als Autor gekennzeichnet zu werden.
  • Recht auf Unversehrtheit: das besagt, dass das Werk nicht verschandelt, zerstört oder aus dem Kontext gerissen werden darf.
  • Privatrecht: jedes Werk, dass für private Zwecke angefertigt wurde, soll danach nicht in öffentlichen Rahmen verbreitet werden, z.B. ein Foto oder Film.

Die kommerziellen Rechte beziehen sich insbesondere auf das Verlagswesen:

  • Man kann das Recht vergeben, das Werk kommerziell zu nutzen.
  • Es gibt Verbreitungsrechte, die man dem Verleger zuspricht. Dabei ist besonders auf Ort- und Zeitangaben zu achten.
  • Diese müssen im Vertrag festgelegt sein.
  • Manchmal vergibt man seine kommerziellen Rechte nach Autorenhonorar. Das heißt, man bekommt eine Summe für eine bestimmte Stückzahl. Danach muss neu verhandelt werden. Eine zweite Möglichkeit ist, einen bestimmten Betrag auszuhandeln. Damit kann der Besitzer/ Verleger das Werk dann unbegrenzt nutzen, solange es in derselben Form bleibt.

Als letztes gibt es die Oberbegriffe Public Domain und Copyleft. Hierbei ist es hauptsächlich wichtig zu wissen, dass alles, was kein Copyright mehr besitzt, automatisch dem „Public Domain“ zugesprochen wird und damit für jeden frei verfügbar ist. Außerdem kann man ein Copyleft ausstellen. Darin gibt man Bedingungen an, an die sich der Nutzer/Besitzer halten muss, unter anderem die Freiheit das Werk zu nutzen, verbreiten oder weiterzuverarbeiten. Ein Beispiel für ein Copyleft sind die Creative Commons, die oftmals bei Schriftarten zu finden sind. Also immer aufmerksam sein, wenn man Werke anderer benutzt.

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