Wie gut kennst du deine Charaktere?

Mein Charakter ist einseitig? Warum hat meine Figur denn das jetzt gemacht? Solche Fragen sollten als professioneller Schreiber eigentlich nicht auftauchen, passiert aber leichter als man denkt. Wer eine Kurzgeschichte oder einen Roman schreibt, sollte seine Figuren deshalb genau kennen. Dafür gibt es nützlich Werkzeuge, die wir euch hier vorstellen. Das nimmt einem die Arbeit allerdings nicht ab. Die Figuren zusammenstellen, gründlich recherchieren und die Informationen gekonnt in die Story einbringen muss man schon selbst.

Sketch

Auf die eine oder andere Art und Weise macht das wahrscheinlich jeder Autor. Bevor man überhaupt ans Schreiben geht, denkt man sich Figuren aus. DIe Welt rettet sich ja nicht von alleine. Mit einem sogenannten Charakter Sketch kann man sich den Charakter der Figuren sehr gut verinnerlichen. Es gibt davon verschiedene Formen:

Fragebogen – die wichtigsten Details über die Person, aber insbesondere auch Antworten aus der Vergangenheit der Figur.

Je mehr Antworten du kennst, desto besser kannst du die Persönlichkeit am Ende verschriftlichen. Es mag mühsam sein, Seiten über Seiten Fragen zu beantworten, das meiste davon wird nicht einmal in der Geschichte erwähnt werden. Trotzdem ist es wichtig, dass du weißt, dass dein Peter in der Schule gehänselt wurde oder deine Sandra lieber klassische Musik hört als mit Puppen zu spielen. Vorlagen dazu findet man ganz einfach im Internet, wenn man Charakter Sketch eingibt.

Skizze – malen, zeichnen, mind-mapping

Vielen hilft es, etwas Visuelles zu haben. Sobald man das Aussehen geklärt hat, kann man sich ans skizzieren machen (hier sei angemerkt, dass nicht alle Details, die man selber kennt, unbedingt zu der endgültigen Story beitragen müssen). Wer wirklich gute Fähigkeiten hat, findet vielleicht auch Photoshop oder Ähnliches hilfreich, um seine Charakter zu visualisieren. Während des Schreibens kann man dann schnell mal einen Blick darauf werfen und sich erinnern, wie groß die Frau war. Eventuell hilft das Fallen zu vermeiden, so dass nicht jemand ihre blauen Augen bewundert, sie aber „heute so einen zu ihren Augen passenden, braunen Rock anhat.“

Texte – aufschreiben, mit Sätzen, nicht faul sein

Das wird vielleicht nicht jeder machen wollen, aber wer einen längeren Roman schreibt oder unsicher mit den Figuren ist, hat hiermit eine gute Möglichkeit, herum zu experimentieren. Entweder man schreibt eine Charakterisierung über die Figur oder man lässt den Charakter mit seiner eigenen Stimme über ein wichtiges Thema reden. Beides hilft, ein Gefühl für die Person zu bekommen.

Nächstes Mal haben wir noch einen Buchbesprechungs-Geheimtipp für euch. Damit wird das Charakterisieren ein Klacks.

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