Sven von Zeraphine und die Insel des vorigen Tages

In dieser Woche räumen wir mit dem Vorurteil auf, dass Gothic Rocker nur blutrünstige Vampirromane lesen. Sven Friedrich – Sänger von Zeraphine, einer der erfolgreichsten Gothic-Bands Deutschlands, hat uns tief in seine Leserseele blicken lassen und wir haben dabei wenig Düsteres erkennen können, eher eine Vorliebe für geschichtsträchtige Belletristik…

 

Wie viele Bücher besitzt du?

Alles in allem so ca. 350 – 400, aber da sind auch einige Fachbücher dabei.

 

Welches Buch hat dein Leben verändert?

Ich glaube, kein Buch hat tatsächlich mein Leben verändert. Zumindest nicht so gravierend, dass ich nach dem Lesen ein anderer Mensch gewesen wäre. Aber es gab einige Bücher, die zumindest meine Sicht auf bestimmte Dinge verändert haben. So zum Beispiel „Die gute Stadt Paris“ von Robert Merle, übrigens auch eines meiner Lieblingsbücher. Ich stamme aus einem sehr unreligiösen Haus und war nie sonderlich interessiert an der Geschichte der Kirche. Dieses Buch hat das verändert, da es einen sehr intimen Einblick in den Konflikt zwischen Katholiken und Hugenotten im Frankreich des 16. Jahrhunderts gibt.
Andere Bücher haben mich dazu ermutigt, meinen Horizont zu erweitern und auch sehr ungewöhnliche oder surreale Szenarien zuzulassen. Bzw. nicht alles, woran man gewöhnt ist, als gegeben hinzunehmen. Hier will ich als Beispiel „Vaterland“ von Robert Harris anführen. Eigentlich eine Art Thriller, der in den 1960er Jahren spielt, allerdings vor dem Hintergrund, dass das Naziregime den 2. Weltkrieg gewonnen hat.

 

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Da kommen wir zu meinem Problem… Ich kann mich nie entscheiden. Ich hab mehrere. Neben den beiden gerade genannten noch E.M. Remarque „Der Funke Leben“, von Merle außerdem noch „Fortune de France“, „In unseren grünen Jahren“ und „Der Tod ist mein Beruf“ … Ich könnte noch eine Weile so weitermachen …

 

Wer ist dein Lieblingsschriftsteller und warum?

Hab ich tatsächlich nicht, denn ich hab bisher noch keinen Schriftsteller gefunden, von dem ich ausnahmslos alles gut finde. Nah dran am Lieblingsautor sind Umberto Eco, Robert Merle und Remarque.

 

Was liest du gerade?

„Never enough“ von Jeff Apter, eine sehr gut geschriebene Biografie der Band „The Cure“.

 

Wonach wählst du ein Buch aus (Cover, Empfehlung etc.)?

Manchmal auf Empfehlung (so bin ich u.a. auf „Das Parfum“ gestoßen), wenn ich nur Lust auf ein neues Buch habe, gehe ich im Buchladen an den Bestseller- Tischen vorbei und schau mir in den Regalen die Titel an. Irgendwas spricht mich da meist an. Wenn dann noch der Kurzinhalt passt, ist es gekauft.

 

Welches Buch hast du mehr als 1 Mal gelesen?

Ich bin nicht der Mehrfach- Leser, aber Ecos „Die Insel des vorigen Tages“ hab ich mehrmals gelesen.

 

Inwiefern war das zweite Lesen anders?

Naja, ich habs beim zweiten Mal besser verstanden. Ich fand das Buch wirklich toll, aber ich bin ständig rausgekommen. Beim 2. Mal ging es dann deutlich besser und es erschien mir alles logischer.

 

An welchem Buch bist du kläglich gescheitert und warum?

„Exodus“ von Leon Uris. Eigentlich ein spannendes Thema, es geht um die Entstehung des Staates Israel, aber ich bin permanent eingeschlafen. Ich glaube, ich bin bis zur 150. Seite gekommen und hab ewig dafür gebraucht, spätestens nach 15 Seiten hab ich geschlafen. Jedes Mal. Und eigentlich kann ich nicht einschlafen, während ich lese… Das war mir einfach zu zäh.

 

Wenn du die Augen schließt – Welche Buch-Szene kommt dir in den Sinn?

Meistens eine aus dem Buch, das ich gerade lese. Da das nun eher ein Sachbuch ist, höre ich eher Musik von den frühen „The Cure“, wenn ich die Augen schließe. Da ich mich nun aber gerade wieder etwas meinem Bücherregal gewidmet habe, die unglaubliche Beschreibung der Bartholomäusnacht aus Merles „Die gute Stadt Paris”.

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