Alte Wunden, neuer Schmerz

Lodernde Flammen auf dunklem Grund. Lichterloh brennt ein Wohnwagen und mit ihm der Leichnam eines Mannes. Was erst nach nächtlicher Brandstiftung aussieht, entpuppt sich später als Mordfall und führt den Ermittler zurück in sein Heimatdorf. Der Tote ist der Bruder eines alten Schulkameraden. Wenig später stirbt ein weiteres Mitglied der Familie: eine Hospizbewohnerin, die sich bereits mit ihrem Tod auseinander gesetzt hatte. Und doch geht der Verlust der Todkranken dem Ermittler besonders zu Herzen. Auch sie kennt er aus längst vergangenen Zeiten. Die Aufklärungsarbeit wird zur Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit. Die Betroffenheit des Polizisten kostet ihn schnell die Leitung des Falles, hindert ihn aber nicht an der Ermittlung – gemeinsam mit der leitenden Kollegin.

Viele mehr oder weniger Bekannte aus der über 40 Jahre zurückliegenden Schulzeit müssen befragt werden. Ein Netz aus Beziehungen hat sich über die Jahre geflochten und führt das Ermittlerpaar auf mehrere falsche Fährten. Auch bringen sie dem involvierten Ermittler einen alten Vermisstenfall wieder in den Sinn. Könnte er mit den Geschehnissen von heute in Zusammenhang stehen? Der Junge – einst ein Freund des Ermittlers – war spurlos verschwunden. 1972 hatte das nur für wenig Aufhebens gesorgt. Der deutschstämmige Spätaussiedler aus Russland hatte nicht dazu gehört. Ein Verdächtiger war, trotz fehlender Beweise, schnell gefunden und seine Schuld nie hinterfragt worden. Während über die Vergangenheit nachgesinnt, immer mehr Tatverdächtige verhört, Tathergänge durchexerziert und Verstrickungen nur langsam gelöst werden, mehren sich in der Gerichtsmedizin die Leichen.

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