Rechtschreibtipps und Hilfsmittel für Autoren

Jeder Verlag macht eine Rechtschreibprüfung der Texte, bevor sie veröffentlicht werden. Doch auch Autoren selbst sollten nicht nur grob die Rechtschreibung der deutschen Sprache beherrschen. Gerade da die Schriftsprache dermaßen standardisiert ist, unterliegt sie größeren gesellschaftlichen Regeln. Als Autor kann man sich das zunutze machen und mit diesen Zwängen spielen, aber zuvor muss man die Regeln kennen und verstehen.

Eine Manuskript-Einreichung profitiert außerdem von einem professionellen Auftreten des Textes; ein Lektor, der ständig einfache Grundsätze korrigieren muss, wird nicht lange Spaß an dem Text haben. Auch beim diesjährigen Schreibwettbewerb wurden wieder einfache Schreibregeln nicht befolgt. Im Folgenden stellen wir dazu deshalb häufige Fehlerquellen und Regeln vor.

Rechtschreibtipps für den Durchbruch

Groß- und Kleinschreibung

  • du, euch
    nach den neuen Regeln immer klein (nur Ihnen und Sie in förmlicher Ansprache groß)
    Bsp.: Ich sage dir nur ungern, dass du dich falsch verhältst.

    Es gibt offiziell auch die Ausnahme, du in förmlichen Kontexten großzuschreiben, allerdings ist das nicht mehr zeitgemäß. Einzige Ausnahme, in der du großgeschrieben wird, ist, wenn es als Nomen verwendet wird.
    Bsp.: Ich biete dir das Du an.
  • nach etwas, irgendwas, sowas folgt meist ein Nomen, also groß
    z. B. etwas Komisches, irgendwas Graues, sowas Merkwürdiges hab ich noch nie gesehen

Mehr zur Groß- und Kleinschreibung lest ihr unter: http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Gross-klein/Nomen.html?MenuId=SpellingRules040

Getrennt- und Zusammenschreibung

  • Wann handelt es sich um ein komplexes Verb, wann um eine nähere Bestimmung eines Verbs?
    Bsp.: zusammenstellen vs. zusammen stellen, teilnehmen vs. Teil nehmen, zusammenwachsen vs. zusammen wachsen, festhalten vs. fest halten, etc.

    Der Grundsatz ist, wenn das zusammengesetzte Verb eine neue oder abstrakte Bedeutung hat, wird es zusammengeschrieben. Ergibt sich die Bedeutung allein aus der Kombination der einzelnen Wortbedeutungen, wird getrennt geschrieben; in diesem Fall kann man das Nicht-verb meist ersetzen, ohne dass sich die Bedeutung massiv ändert, oder etwas zwischen Verb und Nicht-verb setzen. Das veranschaulichen wir an nachstehenden Beispielen:

    • zusammenstellen vs. zusammen stellen
      Wollen wir unsere Betten zusammenstellen? (im Sinne von „nebeneinanderstellen“)
      Wollen wir einen Kandidaten zusammen stellen? (im Sinne von „gemeinsam etwas tun“, hier: zur Wahl aufstellen; ersetzbar durch gemeinsam stellen)
    • zusammenwachsen vs. zusammen wachsen
      Die Zwillinge sind zusammen gewachsen. (im Sinne von „gleichzeitig größer werden“; ersetzbar durch zeitgleich gewachsen)
      Die Zwillinge sind zusammengewachsen. (im Sinne von „sich näher kommen; verschmelzen“)
    • teilnehmen vs. Teil nehmen
      Dürfen wir an der Veranstaltung teilnehmen? (im Sinne von „dabei sein“)
      Dürfen wir uns jeder ein Teil nehmen? (im Sinne von „ein Stück bekommen“, z. B. vom Kuchen; ersetzbar durch Stück nehmen)
    • festhalten vs. fest halten
      Kannst du kurz das Gummiband festhalten. (im Sinne von „dafür sorgen, dass es nicht wegspringt“)
      Du musst das Baby fest halten. (im Sinne von „eng umschlungen tragen“; möglich fest an sich halten)
    • weitergehen vs. weiter gehen
      Ich will, dass die Party weitergeht. (im Sinne von „mit etwas nicht aufhören“)
      Wenn du weiter gehst, bist du in 10 Minuten da. (im Sinne von „das Gehen fortführen“;  möglich weiter den Weg entlang gehst)

Mehr zur Getrennt- und Zusammenschreibung lest ihr unter: http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Getrennt-zusammen/index.html?MenuId=SpellingRules02

Interpunktion

  • Auslassungszeichen „…“
    Es macht einen Unterschied, ob vor den Auslassungspunkten ein Leerzeichen steht oder nicht. In der Regel stehen sowohl vor als auch nach den Auslassungspunkten Leerzeichen, wenn eine Pause/Lücke signalisiert wird:
    z. B. Was soll ich bloß … oh Gott, was soll ich tun?
    z. B: „Es ist mir egal, was du willst. Du, du kannst mich mal. Ich …“ Sie hielt inne und ließ ihn dann einfach stehen.

    Wenn ein Teil eines Wortes ausgelassen wird, stehen die Punkte direkt an dem Wort dran:
    z. B. Dieses komische Krawallblu…, egal, du weißt, was ich meine.

Mehr zur Auslassungspunkten lest ihr unter: http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Interpunktion/Auslassungspunkte.html?MenuId=SpellingRules07_11

  • Direkte Rede
    ⇒ Komma nach Anführungszeichen, wenn der Satz weitergeführt wird.
    ⇒ Kein Punkt innerhalb der Anführungszeichen, wenn der Satz weitergeführt wird.
    ⇒ Bei ? oder ! innerhalb der Anführungszeichen steht trotzdem ein Komma nach den Anführungszeichen.
    Beispiele:
    Er sagt: „Ich will!“
    „Ich will“, sagt er.
    „Ich will!“, sagt er.
    „Ich will.“ Er lacht
    „Ich will“, meint er endlich, „aber nur, wenn …“

Mehr zur direkten Rede lest ihr unter: http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Interpunktion/Anfuehrungszeichen.html?MenuId=SpellingRules078

  • Kommasetzung
    ⇒ Komma immer bei zu-Infinitiv, wenn min. 3 Wörter im zu-Infinitiv stehen.
    Beispiele:
    Ich gebe zu, dich zu mögen. („dich zu mögen“ = 3 Wörter)
    Ich kann es kaum glauben zu sehen. (nur „zu sehen“, kein Komma notwendig)

    ⇒ Komma immer bei Nebensätzen mit ohne, statt, außer, um, + zu-Infinitiv
    z. B. Das trinke ich, um stärker zu werden.⇒ kein Komma bei haben, sein, pflegen, wissen, scheinen + zu-Infinitiv
    Beispiele:
    Ich habe einen weiten Weg zu gehen.
    Das scheint gut zu funktionieren.

    ⇒ wenn in einem Hauptsatz ein Nebensatz eingebettet ist und danach der Hauptsatz weitergeht, muss nach dem Nebensatz ein Komma stehen (wird besonders gerne übersehen)
    Beispiele:
    Ich will wissen, ob du das verstanden hast, und danach gehen wir einkaufen.
    Ich will wissen, ob du das verstanden hast und warum du das getan hast, und erst dann können wir weiterreden.

  • Apostroph
    Für die gesprochene Sprache in der Schrift ist es üblich, Weglassungen mit Apostroph zu kennzeichnen.
    Beispiele:
    Wie geht’s?
    Das ist so ’ne Sache.
    Ich bin auf’m Dach.

  • Divis vs. Halbgeviertstrich
    Es fällt kaum auf, ist aber relevant, um den Blick des Lesers zu leiten und zu unterstützen. Der Divi „-“ ist kurz, meist auch dicker und wird als Trennzeichen benutzt, also bei der Silbentrennung, zwischen mehrteiligen Wörtern und für die Datumsangabe. Die Funktion ist die visuelle Trennung auf der Wortebene.
    Beispiele:
    „Sie ist gekonnt darin, die Bäume der Groß-
    stadt zu erklimmen“, schallte es aus dem Fernseher.
    Dieses Hinter-sich-nicht-sauber-machen kotzt mich an.
    süß-sauer
    E-Mail
    2017-12-24

    Dagegen steht der Halbgeviertstrich „–“ auch Gedankenstrich „–“, der länger ist, zwischen Satzteilen und Einschüben sowie auch bei Angaben von Streckenverbindungen und Zeiträumen. Eingeben können wir den Gedankenstrich bei Windows mit STRG und Minuszeichen; bei Mac mit ALT und Minuszeichen.
    Beispiele:
    So wie ich das sehe – und das sage ich nicht leichtfertig – müssen wir ihn rausschmeißen.
    Berlin–Hannover
    9–11 Uhr

  • Zahlen
    Zahlen bis 12 werden ausgeschrieben, ganze Zahlen (zwanzig, dreißig, hundert) meist auch.

Weitere häufige Fehler

Hier noch eine Liste mit korrekter Schreibweise häufiger Phrasen:

  • Oh Mann
  • Na ja, na ja
  • Okay, okay
  • sogenannt vs. so genannt

 

Hilfsmittel

 

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