Die Welt von „Schöne neue Welt“

Brave New World

Schöne neue Welt

Aldous Huxleys Roman „Schöne neue Welt“ beschreibt unsere Welt im Jahre 2540. Ein autoritärer Weltstaat gewährleistet Stabilität, Frieden und Freiheit, indem er in das Leben der Menschen von klein auf eingreift. Mittels künstlicher Geburtenkontrolle, sowie Manipulation im Embryonenstadium werden Menschen frühzeitig für eine bestimmte Kaste gezüchtet und konditioniert und indoktriniert. Diese Kasten reichen von den Alpha-Plus-Menschen der Führungsebene bis zu den Epsilon-Minus-Mitgliedern, die zwar stark sind, aber nur einfache Tätigkeiten ausführen können.  Durch die permanente Befriedigung von Bedürfnissen via Sex, Konsum und Drogen wird jegliches kritische Denken ausgeschaltet.

Hauptfigur im ersten Teil des Buches ist Bernhard Marx, der zwar zur Alpha-Klasse gehört, jedoch kleiner als gewöhnliche Alphas ist und daher ausgegrenzt wird. Diese Ausgrenzung führt zu einer Abkapselung und Infragestellung des Systems und seiner Werte. Dies ändert sich jedoch schlagartig, als er durch die Entdeckung eines wilden Menschen, einen gesellschaftlichen Aufstieg erfährt.

Huxley wagt einen schriftstellerischen Stilbruch, indem er mitten im Buch den Protagonisten wechselt. Nachdem die Figur des John Savage die literarische Bühne betritt, wird dieser zum Protagonisten der Geschichte und Bernhard Marx zu einer Randfigur degradiert. Der kastenlose und nicht indoktrinierte John empfindet die Welt als abstoßend und findet keinen Platz in ihr …

Stärker als bei anderen Dystopien werden in „Schöne neue Welt“ die Bedürfnisse der Bevölkerung bedient. Dies  geschieht in solch einem Maße, dass in der Mitte des letzten Jahrhunderts Leser meinten, in Huxleys Werk eher eine Utopie wiederzufinden, in welcher eine sexuelle Befreiung stattgefunden habe und jeder durch Zugehörigkeit und Bedürfnisbefriedigung glücklich sei. Der Roman bietet die perfekte Ausgangslage, um einen Vergleich mit den eigenen Lebensumständen anzustellen, sie zu hinterfragen und eine Antwort auf die Frage zu finden, wie eine wirklich lebenswerte Welt für einen persönlich aussieht – ein typisch dystopisches Stilmittel.

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